zurück zur Übersicht

Pforte

Die Pforte...

Das kleine unscheinbare halbrunde Gebäude in der Einfahrt rechts ist ein Pavillon.
Für uns war dies damals eine Art Wachposten. Denn jeder, der rein oder raus wollte, musste sich dort melden.

 Das sah für uns Kinder so aus, dass wir uns an der Pforte erklären mussten.
Hierbei wurden die immer gleichen Fragen gestellt.

„Aus welchem Haus kommst du?“
„Wohin gehst du?“
„Wer hat das erlaubt?“
„Wann sollst du wieder da sein?“

 Wenn wir nicht sofort klar und glaubwürdig antworten konnten, wurden wir nicht durchgelassen und zurück geschickt.

 Auch kommende Personen wurden befragt:

Guten Tag.
Darf ich fragen, wer sie sind?
Wohin möchten sie?
Sind Sie angemeldet?

 Der diensthabende Pförtner erklärte den Weg und rief dann im entsprechenden Haus an,
um den Besucher anzukündigen.

 Das große Rolltor war immer geschlossen. Wenn es per Knopfdruck geöffnet wurde,
dann rollte es langsam nach links zur Hauswand des Verwaltungsgebäudes
und parkte dort unter einer langen, schmalen Überdachung.

Für uns als Bewohner Hephatas war diese Pforte sehr unangenehm,
denn wir fühlten uns eingesperrt und somit ausgegrenzt. 

Wir hatten dafür sogar ein Lied, das diesen Eindruck indirekt verdeutlicht:

 Kaum in Hephata angekommen
faria, faria, hoo
kriegt man alles abgenommen
faria, faria, hoo

Steht der Decker vor der Tür
und fragt, hast du noch Geld bei dir?
faria, faria, hoo

 
Dieses „Lied“ sangen wir, wenn wir mit dem Bus vom Zeltlager zurück kamen.

 Wir sahen die Pforte als eine Art Mauer,
die die „Anstalt“ von denen da Draußen klar ausgrenzte.

Heute ist dieses Gebäude lediglich die Telefonzentrale
und wenn erforderlich auch die Information für Besucher Hephatas.

zum Anfang der Seite

 

 

 

zum Anfang der Seite