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Kirche

Die Kirche zu Hephata wurde im Jahre 1906 von
seiner Majestät Kaiserin Auguste Victoria
(*1858 bis †1921) eingeweiht.

Leider war dieses Gebäude nicht barrierefrei, denn der Kirchensaal befindet im ersten Stock.
Welche Überlegungen lagen bei der Planung wohl zugrunde?
Denn diese Kirche wurde für behinderte Menschen gebaut. 

Für uns Schulkinder bestand tägliche Andachtspflicht. Das sah z.B. so aus,
dass wir gruppenweise vor dem Falkhaus standen und von den Erziehern inspiziert wurden.
Das hieß: Haare gekämmt, Kleidung ordentlich, Fingernägel sauber und Schuhe geputzt.
Dann ging es in Zweierreihe und im Gänsemarsch zur Kirche.
Die Andacht begann um 7:30 Uhr und dauerte 30 Minuten. Sonntags war es eine Stunde.

Bei schönem Wetter war der Innenraum vom Sonnenlicht durchflutet,
weil die Bäume vor den Fenstern noch nicht so groß waren.
Hinten auf der Empore befand sich die große Orgel.
Sonntags stand der Knabenchor ebenfalls dort oben und sang einstudierte Lieder.

Wenn die Kirche aus war, mussten wir uns nach Klassen vor der Zentralküche Richtung Schule versammeln.
Anschließend ging es in Reih und Glied zur Schule.

Dieser Vorgang wurde nur von den Schulferien unterbrochen.
Aber selbst in den Zeltlagern wurden die Andachten mit den Haupterziehern und Diakonen durchgeführt.
Man konnte dem also nicht entkommen – es bestand Beteiligungspflicht.

Im Laufe der nun über 100 Jahre ist die Kirche zu Hephata ein Wahrzeichen geworden
und hat somit auf allen Bildern einen sehr hohen Wiedererkennungswert.
Außerdem ist sie mit Ihrem Glockenturm das höchste Gebäude in Schwalmstadt.

Das Schönste an dieser Kirche war für mich der Klang der Glocke,
die alle 15 Minuten die Zeit schlug. Ich glaube, dass sie einen warmen E-Ton hatte.

Bläserchor 1965 "Geborgenheit" Statue 1957

vor der Kirche um 1906

Blick zur Kirche um 1925

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